Lipom (Fettgeschwulst) beim Wellensittich

  • Lipome sind (in den meisten Fällen gutartige) Fett-Tumore. Häufig entstehen sie im Brust-/Bauchbereich des Wellensittichs. Wenn das Lipom sehr groß wird, ist möglicherweise die Flugfähigkeit des Vogels beeinträchtigt. In manchen Fällen ist eine Operation sinnvoll.

    Lipom


    Bedeutung:
    Ein Lipom ist eine Fettgeschwulst (Geschwulstbildung unterhalb der Haut). Es handelt sich um einen (meist gutartigen) Fett-Tumor.
    Vom Begriff her kann es auch schnell mit dem ähnlich klingenden Wort "Fibrom" verwechselt werden. Fibrome kommen bei Wellensittichen jedoch nicht vor.



    Beschreibung:
    Wellensittiche neigen von Natur aus dazu Fettreserven anzusetzen, da sie in freier Natur oft kargen Bedingungen ausgesetzt sind und kilometerweite Strecken auf der Suche nach Nahrung hinter sich bringen müssen.


    Der in einem Käfig oder in einer Voliere gehaltene Wellensittich bewegt sich im Vergleich zu seinen frei lebenden Artgenossen sehr wenig, auch bei täglichem Freiflug trainiert er seine Flugmuskulatur nicht mal ansatzweise so sehr wie ein wild lebender Wellensittich. Außerdem steht dem „heimischen“ Wellensittich häufig Futter im Überfluss zur Verfügung, für das er noch nicht einmal großartig was tun muss. Die Gefahr von Übergewicht und auch die Bildung von Lipomen ist somit sehr hoch.


    Lipome entstehen häufig im Brustbereich der Wellensittiche. Sie können jedoch z.B. auch in der Kloakenregion oder sogar am Flügel entstehen. Der betroffene Bereich ist rund, weich und grenzt sich deutlich vom umliegenden Gewebe ab.


    Kleine Lipome sind unter dem Gefieder oftmals kaum zu erkennen, besonders dann nicht, wenn der Wellensittich wohlig geplustert dasitzt. Betrachtet man einen Wellensittich mit einem kleinen Brustlipom im Seitenprofil, wenn dieser das Gefieder eng anlegt, dann kann man das Lipom gut erkennen. Es wirkt dann wie eine „stolz geschwellte Brust“.


    Manchmal schimmern die Lipome durch die dünne Haut gelblich, häufig ist dies bei großen Lipomen der Fall. Große Lipome können den Wellensittich unangenehm zwicken, so dass dieser sich an der betroffenen Stelle häufig mit dem Schnabel kratzt oder sogar die Federn heraus reißt.



    Wellensittichweibchen mit einem kleinen Lipom im mittleren-unteren Bauchbereich


    Allgemein:
    Lipome entstehen nicht nur bei übergewichtigen Wellensittichen, auch bei schlanken Wellensittichen kommen sie durchaus vor. Die Wahrscheinlichkeit, dass Wellensittiche Lipome kriegen, ist offensichtlich angeboren.


    Lipome wachsen meist langsam über mehrere Monate, können sich aber genauso auch von selber wieder zurückbilden. Bei übergewichtigen Wellensittichen können sich Lipome durch eine Diät reduzieren.



    Was tun, wenn ein Lipom entsteht:
    Kleine Lipome sind im Normalfall unproblematisch. Problematisch wird es dann, wenn das Lipom zu groß wird oder sich verhärtet und den Wellensittich so stört, dass er sich die Federn an dieser Stelle heraus reißt. Das ist dann ein eindeutiges Zeichen dafür, dass ihn die Fettgeschwulst zwickt oder schmerzt.


    Außerdem könnte die Fettgeschwulst bei einem Absturz oder harten Aufprall des Wellensittichs (z.B. durch einen Flugunfall) platzen und zu schweren inneren Blutungen führen. Extrem große Lipome könnten möglicherweise auf innere Organe drücken und somit für den Vogel gefährlich werden.


    Der vogelkundige Tierarzt kann prüfen, ob das Lipom operabel ist bzw. ob eine Operation überhaupt nötig ist.

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