Schnabelmilben, Räudemilben, Grabmilben beim Wellensittich

  • Sämtliche Tierarten, darunter auch unsere Wellensittiche, können von Parasiten befallen werden. Räudemilben zählen zu den Ektoparasiten und befallen nur die "Außenhülle" des Körpers. Die Weibchen dieser Milben graben Tunnel in Haut und Schnabelhorn (daher auch der Begriff "Grabmilben") und legen dort ihre Eier, aus welchen nach 3-5 Tagen die Larven schlüpfen.


    Krankheitsverlauf und Symptome:




    Häufig befallen wird die Wachshaut, der Schnabel, die Augenlider, die Füße und die Kloake.
    Anfangs durch einen hellen, weißlich Belag des Schnabels oder des
    Schnabelwinkels sichtbar, später breitet sich die poröse Struktur über
    den ganzen Schnabel aus. Dieser wird dabei auch stark brüchig.
    Die Milben graben Gänge in die Haut des Vogels, dies kann zu Juckreiz führen und der Vogel wird unruhig.



    Die Milben können sehr lange auf dem Vogel überleben und brechen bei
    Stress aus, da das Immunsystem in solchen Zeiten sehr beansprucht ist.
    Der Vogel sollte unbedingt durch Gemüse/Obst/Kräuter gestärkt werden, um durch eigene Kraft gegen die Milben anzukämpfen.




    Ansteckung:



    Die Milben werden von den Elterntieren auf die Küken übertragen. Erst
    bei einer Schwächung des Immunsystems können die Parasiten ausbrechen
    und den Vogel schädigen. Eine Übertragung bei erwachsenen Tieren kann
    auch möglich sein, wird aber eher selten beobachtet.




    Behandlung:


    Milben müssen unbedingt vom Tierarzt behandelt werden, da es sonst zu
    einer starken Schädigung des Schnabelhorns kommen kann, bis hin zum
    Abbrechen des Schnabels oder von Schnabelteilen. Somit kann der Vogel
    keine Nahrung mehr aufnehmen und leidet unter starken Schmerzen.


    Das beste Mittel gegen Milben ist "Ivomec" und wird vom Tierarzt
    verabreicht. Der Vogel bekommt einen Tropfen in den Nacken, dies wird
    noch 2-3 Mal wiederholt. Vorsicht ist geboten im Umgang mit Ivomec, da
    dieses bei Überdosierung zur Schädigung der Leber kommen kann. Es darf
    keinesfalls täglich auf die befallenen Stellen gegeben werden.


    Bei leichterem Befall mit Milben ist innerhalb von ein paar Wochen keine krankhafte Veränderung mehr sichtbar.

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