Bourkesittiche

  • Haltung von Bourkesittichen und können Bourkesittiche zusammen mit Wellensittichen gehalten werden

    Heute möchten wir euch die Bourkesittiche vorstellen und die Frage beantworten:

    Kann man Bourkesittiche mit Wellensittichen gemeinsam halten?


    Viele Wellensittichliebhaber möchten gerne eine andere Sittichart zu ihren Wellis halten. Neben den Nymphensittichen werden auch Bourkesittiche immer beliebter. Auf Grund seiner Größe, die dem Wellensittich fast gleich ist, wird er gern als zweite Sittichart favorisiert.
    Zunächst möchten wir euch diese Sittichart kurz vorstellen.


    Steckbrief Bourkesittich:


    Name: Bourkesittich (Neopsephotus bourkii), auch Rosenbauchsittich genannt


    Bourkesittiche zählen zur Gattung der Grassittiche


    Herkunftsland: Australien


    Lebensraum: Die trockensten Gebiete des inneren und westlichen Australien, Strauchsteppe, die vor allem von Akazien, Kassien und Eukalyptusbäumen geprägt ist


    Aussehen: In freier Wildbahn lebende Bourkesittiche weisen eine braungraue Oberseite mit isabellfarbenen Säumen und eine bräunlich rosa geschuppte Unterseite auf. Schultern, Unterflügel, Unterschwanz, Schenkel und Flanken sind blau. Die Augenumgebung und vordere Wangen sind creme-weiß, die übrigen Gesichtspartien haben eine rosa-weiße Schuppenfärbung.
    Die großen Augen haben eine braunschwarze Iris, der Schnabel ist dunkelorange bis bleigrau, die Füße graubraun. Jungvögel ähneln dem Weibchen, nur matter gefärbt.
    Fälschlicherweise werden Bourkesittiche oft als rote Wellensittiche bezeichnet. Eine gewisse Ähnlichkeit von Größe und Aussehen besteht zwar, jedoch gibt es keine Farbe rot bei den Wellensittichen. Bourkesittiche sind nicht verwandt mit den Wellensittichen.


    Geschlechtsunterschiede: Männchen haben ein blaues Stirnband (unterschiedlicher Breite und Farbausprägung), dass dem Weibchen fehlt. Die Außenfahnen der Flügeldecken und der Schwungfedern sind beim Männchen kräftig violettblau, die Innenfahnen fast schwarz. Das Weibchen ist insgesamt matter gefärbt, der Bauch weniger rosa als beim Hahn. Beim Weibchen tragen die Flügelunterseiten einen weißlichen Streifen.


    Größe und Gewicht: Der Bourkesittich ist ca. 19 cm lang, ein Männchen wiegt zwischen 41 und 49 g, ein Weibchen zwischen 37 und 49 g.


    Alter: ca. 10 Jahre


    Geschlechtsreife: nach ca. 9 Monaten ist der Bourkesittich geschlechtsreif


    Gelege: Die Eier werden in einen Abstand von 2 Tagen gelegt. Das Gelege umfasst 3-6 Eier, die weiß und durchschnittlich 17 x 20 mm groß sind.


    Brut: Die Brutdauer beträgt 18-19 Tage, wobei oft erst nach dem 3. Ei die Brut beginnt. Nur das Weibchen sitzt auf den Eiern und wird in dieser Zeit vom Hahn gefüttert. Bourkesittiche sind Höhlenbrüter.


    Nestlingszeit: Die Küken sind mit einem dichten, dunkelgrauen Daunenkleid bedeckt. Im Alter von 4-5 Wochen sind sie flügge und verlassen die Nisthöhle. Etwa 2 Wochen werden sie noch von den Eltern gefüttert und sind danach selbständig. Sie bleiben jedoch in der Nähe der Eltern. Mit 6-9 Monaten kommen sie in die Jungmauser und tragen das Erwachsenenkleid.


    Haltung: Bourkesittiche leben in einem Schwarm und möchten niemals alleine gehalten werden. Ideal sind Zimmer- oder Gartenvolieren. In Käfigen sollten sie nicht gehalten werden.


    Futter: Bourkesittiche sind Bodenläufer und suchen in der Natur die Grassamen verschiedener Gräser vom Boden auf. Besonders zur Aufzucht der Jungen werden reifende und keimende Samen bevorzugt.
    Ist der Graswuchs spärlich, ernähren sie sich von Samen der Akazien und Kassiabäumen. In Menschenobhut gibt man Neophemafutter ohne Sonnenblumenkerne oder mixt das Futter aus Wellensittich-, Kanarien- und Großsittichfutter, auch hier ohne Sonnenblumenkerne wegen des hohen Fettgehalts. Es können Gemüse- und Obstsorten gereicht werden, die auch Wellensittiche und Nymphensittiche fressen dürfen.


    Verhalten: Bourkesittiche sind dämmerungsaktiv. Tagsüber ruhen sie meist. In den Morgen- und besonders in den Abendstunden werden sie aktiv und benötigen aufgrund ihrer großen schwarzen Augen erstaunlich wenig Licht zum Fliegen. Sie haben einen melodischen Gesang mit leiser Stimme. Bei der Balz verbeugt sich der Hahn leicht vor der Henne, um sich dann in voller Größe aufzurichten. Dabei fächert er seine Schwanzfedern und hebt die Flügel leicht an. Die blaue Schulter- und Flankenfärbung wird dadurch sichtbar. Mit trillernden Lauten schreitet er auf die Henne zu, füttert sie und leitet die Verpaarung ein.
    Der Grad der Sozialität ist wenig ausgeprägt. Bourkesittiche kraulen und füttern sich nicht wie es bei Wellensittichen und Nymphensittichen der Fall ist. Sie sitzen immer einige Zentimeter voneinander entfernt. Sie sind sehr friedliebende Vögel, die kaum Aggressionspotential haben. Sie können problemlos mit Grassittichen, Wellensittichen, Nymphensittichen oder Prachtfinken vergesellschaftet werden.
    Sie sind sehr zutraulich und können handzahm werden.


    Farbschläge: Auch beim Bourkesittich gibt es mittlerweile verschiedene Farbvarianten. Einige werden hier genannt.


    Opalin (rosa), Falbe, Isabell, Lutino, Rubino, Gelb


    Es gibt Schecken, Zimt und Spangle



    Hahn wildfarben***** Henne wildfarben




    Opalin rosa



    Opalin grün





    Gemeinsamkeiten von Wellensittichen und Bourkesittichen:


    Die Haltung von Wellensittichen und Bourkesittichen unterscheidet sich nicht großartig. Beide sollten in großen Volieren gehalten werden. Ist die Voliere sehr groß, ist es möglich, beide Sitticharten zusammen zu halten. Jedoch sollte man bedenken, dass die Wellensittiche viel verspielter und frecher sind und die Bourkesittiche somit genügend Platz zum Auszuweichen benötigen. Nymphensittiche entsprechen mit ihrer ruhigen Art eher den Bourkesittichen.
    Als Einstreu kann wahlweise Buchenholzgranulat und/oder Vogelsand benutzt werden. Wird Buchenholzgranulat verwendet muss zusätzlich Vogelsand und Grit zur Verfügung stehen.
    Bourke- und Wellensittiche benötigen viel Freiflug, beide Arten können problemlos den Freiflug gemeinsam nutzen.
    Obst und Gemüse dürfen beiden Sitticharten gereicht werden, Obst auch hier in Maßen wegen des Fruchtzuckers. Dasselbe gilt für ungiftige Kräuter, Beeren, Hölzer und Gräser. Giftige Zimmerpflanzen sind für beide Arten tabu.
    Die Einrichtung der Voliere sollte wie beim Wellensittich mit Naturästen und Schaukeln bestehen.


    Was man unbedingt beachten sollte:


    Bourkesittiche sind dämmerungsaktiv. Wenn Wellensittiche abends zur Ruhe kommen, werden die Bourkesittiche erst richtig aktiv. Da sie als Grassittiche ihre Nahrung vom Boden aufsammeln, sollte das Körnerfutter in einer Schale am Boden gereicht werden. In Aussenvolieren besteht daher die Gefahr von Wurmbefall. Alle 6 Monate sollte ein Wurmmittel verabreicht werden. Dieses muss jedoch vorher mit dem vk Tierarzt abgesprochen werden.


    Fazit:


    Ich halte meine Wellensittiche und Bourkesittiche in getrennten Volieren. Somit hat jede Art ihren entsprechenden Rückzugsort, den alle beide ohne Probleme annehmen. Tagsüber frisst jeder bei jedem, die Bourkes besuchen die Futterstellen der Wellis und genauso umgekehrt. Da das Körnerfutter ähnlich ist, stellt dies kein Problem dar. Außerhalb der Volieren, also beim Freiflug, stehen genügend Aufenthaltsorte zur Verfügung, um sich aus dem Weg gehen zu können.


    Bourkesittiche und Wellensittiche können gemeinsam gehalten werden, solange genügend Freiraum für beide Arten geboten wird. Es gibt einige Gemeinsamkeiten.



    Autor: Lutinogirl



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